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Die BLK: Rückblick auf 37 Jahre im Dienst von
Bund und Ländern
Mit Ablauf des 31. Dezember 2007 hat die
Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung (BLK) ihre Tätigkeiten eingestellt.
Die Anfänge der BLK
Die BLK wurde 1970 als Bund-Länder-Kommission
für Bildungsplanung durch ein Verwaltungsabkommen zwischen Bund und
Ländern gegründet. Nachdem sie 1975 durch die Rahmenvereinbarung
Forschungsförderung zusätzliche Aufgaben erhalten hatte, wurde ihr
Name am 5. April 1976 geändert in "Bund-Länder-Kommission
für Bildungsplanung und Forschungsförderung" (BLK). Sie war
eine Regierungskommission auf Ministerebene und arbeitete eng mit
den Fachministerkonferenzen der Länder zusammen.
37 Jahre im Dienst von Bund und Ländern
In den 37 Jahren ihres Bestehens hat die BLK
turbulente Zeiten durchlebt, sie musste manche Krise meistern - aber
letztendlich haben Bund und Länder unter dem Dach der BLK eine
Vielzahl erfolgreicher und nachhaltiger Aktivitäten auf den Weg
gebracht. Sie haben eine Reihe von Anstößen zur Verbesserung der
Rahmenbedingungen von Wissenschaft und Forschung gegeben. Zusammen
mit den Wissenschaftsorganisationen haben Bund und Länder in der
BLK aktuelle forschungs- und wissenschaftspolitische Fragen
diskutiert und daraus die notwendigen Folgerungen gezogen.
Ihre Tätigkeit hat die BLK mit wichtigen
Bereichen der Gesellschaftspolitik, insbesondere der Wirtschafts-,
Arbeitsmarkt-, Finanz- und Sozial- sowie der Gleichstellungspolitik
abgestimmt. Damit hat sie einen über die einzelnen Fachressorts
hinausgehenden Zugang zu politischen Themen geschaffen. An vielen
Beratungen waren auch Sozialpartner und Kommunen beteiligt.
Manches ist heute selbstverständlicher
Bestandteil unser Bildungs- und Forschungslandschaft, was seinen
Ursprung in BLK-Aktivitäten hat: So waren z.B. Graduiertenkollegs,
heute ein nicht mehr wegzudenkendes Element der Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses, zunächst BLK-Modellversuche. Ein
weiteres Beispiel sind die Berufsakademien: auch sie starteten
ursprünglich als BLK-Modellversuch.
Früchte gemeinsamer Arbeit in der Forschungsförderung
Eckpfeiler für die gemeinsame
Forschungsförderung von Bund und Ländern in der BLK waren die
Rahmenvereinbarung Forschungsförderung und die sie ergänzenden
Ausführungsvereinbarungen.
Das Volumen der gemeinsamen Forschungsförderung
ist in den letzten 30 Jahren von 2,8 Mrd. DM (= 1,42 Mrd. Euro) im
Jahr 1977 auf 5,9 Mrd. Euro im Jahr 2007 gestiegen. Das ist fast
eine Vervierfachung. Ein ganz beträchtlicher Teil dieser Mittel ist
das Ergebnis oft langwieriger und zum Teil auch schwieriger
Verhandlungen zwischen Fach- und Finanzseite in der BLK.
Bund und Länder haben in der BLK nach der
Wiedervereinigung das Instrument der gemeinsamen
Forschungsförderung genutzt, um den Aufbau leistungsfähiger
Forschungseinrichtungen in den Neuen Ländern, die Herstellung einer
einheitlichen gesamtdeutschen Forschungslandschaft und die
strategische Neuorientierung der staatlich geförderten Forschung
voran zu treiben.
Weit über 30 Leibniz-Institute, rd. 20
MPG-Institute und rd. 50 langfristige Akademienvorhaben sind durch
Beschlüsse in der BLK in die vom Bund und allen Ländern gemeinsam
getragene Förderung aufgenommen worden.
Aber Bund und Länder waren über die BLK nicht
nur Geldgeber für die Wissenschaftsorganisationen. Sie haben dort
auch eine Vielzahl wichtiger Projekte angestoßen und begleitet. Aus
einer Vielzahl von Aktivitäten der letzten Jahre sind beispielhaft
zu nennen:
- Hochschulsonderprogramme und Hochschulpakt
Mit den Hochschulsonderprogrammen, die Bund und
Länder in der BLK konzipiert und begleitet haben, wurden wichtige
hochschul- und wissenschaftspolitische Ziele gemeinsam realisiert.
Die Programme (HSP I bis III, HEP, HWP, WIS) hatten in der Laufzeit
von insgesamt 17 Jahren (ab 1989 bis 2006) ein Volumen von rd. 5,8
Mrd. Euro, davon 3,3 Mrd. Euro Bundesmittel. Mit dem
Hochschulpakt 2020 stehen bis 2010 565,7 Mio. Euro für die Aufnahme
zusätzlicher Studienanfänger und 700,3 Mio. Euro für die
Finanzierung von Programmpauschalen für Forschungsvorhaben zur
Verfügung.
- Pakt für Forschung und Innovation und Exzellenzinitiative
Der Pakt für Forschung und Innovation ist ebenso
ein "Kind" der BLK wie die Exzellenzinitiative.
Im Pakt für Forschung und Innovation
verpflichten sich Bund und Länder, alle Anstrengungen zu
unternehmen, um den institutionell geförderten
Forschungseinrichtungen finanzielle Planungssicherheit zu geben und
die jährlichen Zuwendungen bis zum Jahre 2010 jeweils um mindestens
3 % zu steigern. Für die Laufzeit des Pakts sind jährliche
Steigerungen von rund 150 Mio. Euro vorgesehen. Im Gegenzug haben
sich die großen Wissenschaftsorganisationen mit ihren Erklärungen
zum Pakt verpflichtet, die Effizienz und Qualität ihrer
erfolgreichen Forschungsaktivitäten auf dem bestehenden hohen
Niveau fortzuführen und weiter zu verbessern. In einem
forschungspolitischen Gespräch im Herbst 2007 mit den Präsidenten
der am Pakt beteiligten Wissenschaftsorganisationen hat die BLK eine
erste Bilanz zur Wirkung der mit dem Pakt für Forschung und
Innovation gesetzten Impulse gezogen.
Die gemeinsame Exzellenzinitiative von Bund und
Ländern setzt einen Fokus auf die Stärkung international
wettbewerbsfähiger Forschung an Hochschulen. Sie hat ein Volumen
von 1,9 Mrd. Euro (2006-2011), die im Wettbewerb an die
Hochschulen vergeben werden, 75 % davon - d.h. 1,4 Mrd. Euro -
werden vom Bund getragen, 25 % trägt das Sitzland der jeweiligen
Hochschule.
- Förderung von Frauen in Wissenschaft und
Forschung
Querschnittsaufgabe, die Bund und Länder
gemeinsam seit über 20 Jahren unter dem Dach der BLK verfolgen, ist
die Herstellung von Chancengleichheit. In dieser Zeit haben sich die
Rahmenbedingungen hierfür in Hochschulen und außerhochschulischer
Forschung zwar verbessert, nach wie vor besteht aber dringender
Handlungsbedarf.
- Konzertierte Aktion Internationales Marketing
für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland
Ziel der mit Wissenschaft, Wirtschaft und
Kommunen in der BLK beschlossenen "Konzertierten Aktion
Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort
Deutschland" war es, Bildung und Forschung in Deutschland
international attraktiver zu machen und damit Deutschland auf dem
internationalen Bildungsmarkt eine führende Position zu
verschaffen. Die Erfolge erkennt man unter anderem bei einem
Vergleich der Zahlen der international Studierenden damals und
heute: gab es im Jahr 2000 rund 175.000 international Studierende in
Deutschland, so waren es im Jahr 2006 ca. 248.000.
Die Bildungsplanung
Die Föderalismusreform hat Veränderungen
insbesondere im Bereich Bildung und Forschung gebracht: Für die
Bildung sind die Länder jetzt im Wesentlichen allein
verantwortlich. Die BLK hat daher die Arbeiten in der
Bildungsplanung im Herbst 2006 eingestellt, da diese Arbeiten mit
dem neuen Art. 91 b GG nicht mehr vereinbar waren.
Nachfolgend werden einige Aktivitäten der BLK in
der Bildungsplanung aufgeführt, die besondere Akzente gesetzt
haben. Viele dieser Arbeiten werden jetzt in anderen Strukturen
fortgeführt.
Wichtiges und zentrales Instrument gemeinsamer
Bildungsplanung von Bund und Ländern in der BLK waren Modellversuche.
Rd. 220 Mio. Euro haben Bund und Länder alleine in den Jahren 1998
bis 2006 hierfür aufgewandt. Über 2500 Vorhaben konnten damit
gefördert werden.
Die Arbeiten zur Zukunft von Bildung und
Arbeit waren auf eine Abstimmung von Bildungs- und
Beschäftigungssystem gerichtet. Sie haben schon sehr früh die sich
immer deutlicher abzeichnende demographische Entwicklung aufgezeigt
und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Bildungsbereich
und den Arbeitsmarkt benannt.
Des Weiteren haben Bund und Länder in der BLK
ein Konzept für arbeitsmarktpolitische Frühwarnsysteme (Arbeitsmarktradar)
entwickelt, das jetzt im BIBB realisiert wird.
Die Bildungsfinanzberichte
der BLK analysierten seit 1972 jährlich die kurz- und langfristige
Entwicklung der Ausgaben der öffentlichen Haushalte sowie der
gesamtgesellschaftlichen Aufwendungen für Bildung, Wissenschaft,
Forschung und Entwicklung. Auch diese Arbeiten werden in anderer
Struktur fortgesetzt.
Das lebenslange Lernen steht in
Deutschland mit im Zentrum der Diskussion über eine grundlegende
Reform des Bildungssystems. In der BLK haben Bund und Länder 1999
das BLK-Programm "Lebenslanges Lernen" aufgelegt, 2004
haben sie in der BLK ein gemeinsames Strategiepapier zum
Lebenslangen Lernen veröffentlicht.
Ein weiterer Fokus gemeinsamer Bildungsplanung in
der BLK lag auch in der beruflichen Bildung. Die BLK hat
hierzu eine Reihe von Berichten verabschiedet und im Rahmen von
Fachtagungen Probleme und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Themen:
- Zukunftsperspektiven und Qualitätsentwicklung in der
beruflichen Bildung
- Weiterentwicklung der berufsbildenden Schulen als Partner in
regionalen Berufsbildungsnetzwerken
- Förderung benachteiligter Jugendlicher
- Duale Bildung im tertiären Bereich.
Zu vielen der hier nur angerissenen Vorhaben
finden sich weiterführende Unterlagen und Materialien auf der hier
aufgerufenen Web-Seite www.blk-bonn.de.
Diese Seite bleibt als statische Seite auch über
den 31.12.2007 hinaus abrufbar, um allen Interessierten weiterhin
den Zugriff auf die hier veröffentlichten Materialien zu
ermöglichen.
GWK ist Nachfolgerin der BLK
Vor allem mit den Arbeiten in der
Forschungsförderung hat die BLK das Fundament für die Gemeinsame
Wissenschaftskonferenz (GWK), der Nachfolgeorganisation der BLK,
gelegt. Nähere Informationen über die GWK finden sich auf www.gwk-bonn.de.
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